Aus Material wird Kunst, wird Kultur: kulturMATERIAL 

Kritik als Hilfsmittel

Kritik ist Kritik ist Kritik! Mit anderen Worten: Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Und doch gibt es so etwas wie den Goldenen Schnitt, zum Beispiel bei der Beurteilung von Schönheit. Doch auch hier liegt Schönheit schlussendlich im Auge des Betrachters. Goldener Schnitt, Beurteilung, Kritik sind demnach lediglich Hilfsmittel.

Kritik ist Verantwortung

Wichtig dabei ist eigentlich nur, dass der Kritiker (m/w) sich nicht selbst überschätzt und damit glaubt, über den gottverdammten Dingen zu schweben. Kritik üben ist Verantwortung. Es ist das Auseinandersetzen mit dem Gesehenen, das Einordnen in Bestehendes, ist die Suche nach dem Heiligen Gral, oder, weniger pathetisch, die Beantwortung der einen Frage, die sich mit jedem Film oder Buch oder Musik von Neuem stellt: Ist das Kunst? Um das zu beantworten, kann man sich vom Verständnis Peter Molyneux (Koryphäe im Entwickeln von Computerspielen) leiten lassen: »Kunst ruft eine Reaktion hervor, regt zum Nachdenken und ist imstande, die Sicht auf die Welt ein wenig zu verändern.«

Einfach zu sagen »scheiße« ist leicht. Wenn dem dann nicht viel folgt, ist das keine Kritik beziehungsweise es ist eine »scheiß« Kritik. Eine negative Kritik verlangt sehr viel mehr Substanz als eine positive.

So darf sich auch der Kritiker stets fragen (lassen), ob er es überhaupt wert ist, als solcher bezeichnet zu werden.

Wenn wir bei Dir, liebe Leserin, lieber Leser, mit unseren Beiträgen eine Reaktion hervorrufen, Dich gedanklich mit auf Reise nehmen und Dir einen differenzierten Blick auf die kulturellen Leistungen unserer Gesellschaft geben, machen zumindest wir alles richtig.


Caspar Keller

„Meine journalistischen wie redaktionellen Sporen verdiente ich mir bei einem Lifestyle-Magazin. Zunächst hospitierte ich die reizenden Fashionistas auf der Mercedes Benz Fashion Week, bevor ich die Leitung der Redaktion Kino, Film und Bücher übernahm. Wenn ich recht bedenke, war das der einzig logische Schritt dessen, dass ich bereits mit sechzehn meinen eigenen Videothekenausweis besaß (ja, auch den für »Ab 18«) und meine allererste Buchmesse schon mit sieben besuchte.